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Posted On 20. Juni 2013 By In Einsätze von Piker With 1479 Views

Tückische Dunkelheit

Für gewöhnlich ist insbesondere in den Wintermonaten im Nachtdienst unter der Woche kaum etwas los. So auch an diesem dunklen späten Montagabend.

Als mein Kollege und ich gerade über das vergangene freie Wochenende scherzten, kam uns in einer Kurve ein komplett unbeleuchtetes Auto entgegen – Grund genug, dem Kraftfahrzeugführer mal ein bisschen genauer auf den Zahn zu fühlen, zumal man Nachts ohne Licht relativ suboptimal für andere Verkehrsteilnehmer sichtbar ist.

„Stop Polizei“ leuchtete wenige Sekunden später im Rückspiegel des Familien-Vans auf. Beim Herantreten rechneten wir eher mit einem eventuell alkoholisierten Fahrer, der koordinativ nicht mehr allzu viel auf die Reihe bekam.

Wir wurden eines Besseren belehrt. Eine junge Fahrerin (Mitte zwanzig) öffnete leicht erschrocken und verunsichert das Fenster:
Guten Abend, habe ich etwas falsch gemacht?

Ich: Naja, sie waren zumindest sehr auffällig unterwegs…
Sie: Ja? Ich bin doch nicht zu schnell gewesen oder? 
Ich: Nein, auf keinen Fall. Ist Ihnen denn irgendetwas Besonderes aufgefallen?

– Das die junge Dame unter der Einwirkung von Betäubungsmitteln oder Alkohol stand, konnte man dem ersten Eindruck nach schon einmal ausschließen –

Sie (mit einem hilflos suchenden Blick): Nein, eigentlich nicht. Nur das Armaturenbrett ist irgendwie ein bisschen dunkel, finde ich zumindest. 
Ich: Ja, stimmt. Woran könnte das denn eventuell liegen?
Sie: Ich weiß es leider nicht. Vielleicht ist was kaputt… 

– Der Gesichtsausdruck ging nun langsam ins verzweifelte über… –

Ich: Das könnte sein, aber ich denke eher nicht. Ist Ihnen draußen etwas aufgefallen?
Sie: Mhm, ne… naja…es ist etwas dunkle heute draußen…

– Jetzt müsste es doch eigentlich jede Sekunde „klick“ machen… –

Ich: Da haben sie recht…
Sie: Die Straße ist auch irgendwie schlecht zu sehen.. 
Ich: Ja, sie haben ihr..
Sie: LICHT! Mein Licht nicht an..

– Jaaaaa, 100 Punkte! Die Gesichtsfarbe der Frau wechselte in sekundenbruchteilen  einer Ampel gleich auf Rot  –

Sie: Oh nein, wie peinlich. Es tut mir leid. Das ist mir noch nie passiert.. oh nein..
Ich: Nicht schlimm, kann jedem Mal passieren. Denken sie nur bitte immer dran.
Sie: Ja versprochen! Ich bin so… das ist mir echt peinlich.. Muss ich Strafe zahlen?
Ich: Nein, es ist ja nichts passiert 🙂 Ich wünsche Ihnen nach dieser „Erleuchtung“ – ja ich konnte mir ein Grinsen und den Kommentar nicht verkneifen – trotzdem noch einen schönen Abend und kommen Sie gut an!

Das Licht wird die gute Dame nach diesem Schock in der Abendstunde wohl beim Autofahren nicht mehr vergessen… 😉

 

 

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Ich bin Polizeibeamter in einem schönen Bundesland hier in Deutschland und habe mein Studium bei der Polizei wenigen Jahren erfolgreich abgeschlossen. Seitdem bin ich im Wach-und Wechseldienst (auch bekannt als Streifendienst) für die teilweise kuriosen Anliegen der Mitbürger da :) Vielleicht noch kurz zu der Entstehung meines "seltsamen" Nicknames: Bei dem Ausfüllen eines Formulars im Dienst ist mir ein folgeschwerer Rechtschreibfehler unterlaufen. Anstatt im Mängelzettel den defekten "Peiker" (unser Mikrofon im Streifenwagen sozusagen), hatte ich "Piker" geschrieben. Nachdem dieser Zettel von ein paar Kollegen entdeckt worden war, hatte sich der Fehler innerhalb kürzester Zeit wie ein Lauffeuer in der ganzen Wache verbreitet. Seitdem werde ich von vielen Kollegen nur noch mit meinem neuen Namen - "Piker" - angesprochen.